Welcher Apfel eignet sich für Apfelsaft

Welcher Apfel eignet sich? Eine kleine Apfelkunde


Wusstet ihr, dass allein in Deutschland ca, 2000 verschieden Apfelsorten wachsen? Weltweit sind es sogar an die 30.000, erstaunlich nicht? Und wisst ihr, was auch erstaunlich ist? Die Einfallslosigkeit der Menschen. Wenn die großen Herren und Seefahrer von ihren Reisen nach Hause kamen und neues Obst aus fremden Ländern mitbrachten, hieß jedes einzelne unbekannt Stück erst einmal „Apfel“. So ist in so einigen europäischen Überlieferungen die Rede von z.B. den „goldenen Äpfeln“. Heute nennen wir diesen „Apfel“ Apfelsine (Apfel aus China).

Zurück zu den 2000 deutschen Äpfeln. Die meisten davon kennen wir natürlich nicht und würden sie auch nur sehr vereinzelt auf alten Streuwiesen finden. Im vergangenen Jahrhundert  hat der Apfel sehr an Vielfältigkeit einbüßen müssen. Man verdrängte die alten Apfelsorten und züchtete Verkaufsschlager. Da kann man jetzt drauf schimpfen und um einige alte Sorten ist es mit Sicherheit auch schade, allerdings sind die alten Sorten oft ungenießbar gewesen. Vom Baum in den Mund war da in den meisten Fällen nicht die allerbeste Idee. Diejenigen von euch, die gelegentlich einen Marsch in die Natur wagen, sind mit Sicherheit schonmal an dem einen oder anderen wilden Apfelbaum vorbeigekommen. Die Äpfel sind in der Regel entweder klein, knüppelhart, unglaublich sauer oder auch bitter, von Würmern verfuttert oder mit Pocken übersät. So mussten die romantischen verträumten Streuobstwiesen den ertragreichen Plantagen weichen, die hübschen, hochgewachsenen Apfelbäume den kleinen Bäumen am Spalier Platz machen. Für die hiesige Fauna ist das fatal, haben doch die wilden Wiesen einen Lebensraum für diverses Kleingetier dargestellt. Heute aber sind Hase & Co. auf den Plantagen eher ungebetene Gäste.

Es werden immer neue Apfelsorten gezüchtet. Dabei geht es vor allem um die Widerstandsfähigkeit des Obstes gegenüber Schädlingen, einer einheitlichen Größe, einem schönen Glanz, gute Transport- und Lagerfähigkeit und auch für die Optik des Stiels gibt es strenge EU-Richtlinien.

Im Zuge der „Slow Food“-Bewegung bemüht man sich, einige der alten Apfelsorten wieder zu kultivieren und zurück auf die Märkte zu bringen. Ein bewusster Umgang mit der Natur und dem was sie hervorbringt soll gefördert werden
Von den 20-25 Apfelsorten die man im Erwerbsanbau finden kann, habe ich folgende sechs herausgepickt und möchte euch zeigen welcher Apfel euch was bietet. Diese Sorten sind quasi dauerhaft für uns verfügbar, da die meisten Apfelsorten recht gut zu lagern sind. Aber welcher Apfel eignet sich für was? Grundsätzlich könnt ihr natürlich jeden Apfel zum Backen, Kochen oder Bogenschießen verwenden. Es gibt jedoch Äpfel, die sich ganz besonders für einen Apfelkuchen eignen oder eben welche, die sich gut zu Apfelmus verarbeiten lassen.

 

Elstar: Dieser Apfel ist besonders knackig und süß. Sein Fruchtfleisch zerfällt schnell beim Kochen was ihn zum super Apfelmus-Apfel macht. Der Elster wurde Mitte des vergangenen Jahrhunderts in den Niederlanden gezüchtet und ging aus dem Golden Delicious hervor. Dieser leuchtend rote Apfel ist die in Deutschland am häufigsten angebaut Apfelsorte. Der Elstar ist meine erste Wahl bei Milchreis mit Apfelstückchen.

Jonagold: Der aromatische süßsaure Apfel mit der goldgelben Farbe eignet sich auf Grund seiner Saftigkeit super für die Herstellung von Apfelsaft. Wird er zu lange gelagert, wird er etwas mürbe. Der Jonagold hat einen recht hohen Vitamin C-Gehalt und gilt daher als einer der gesündesten. Der Jonagold ist übrigens der Bruder vom Idared, ein eher unbekannter Apfel, jedoch die perfekte Sorte für Diabetiker und alle diejenigen, die es nicht ganz so süß mögen.

Boskop: Der Boskop ist der Apfel, der sich am besten für alle Arten von Apfelkuchen eignet. Auch er kommt aus den Niederlanden und verfügt über einen hohen Fruchtzuckergehalt. Sein Fruchtfleisch schmeckt säuerlich-fruchtig und braucht einen guten Monat Lagerzeit um sein Aroma entfalten zu können. Sein Fruchtfleisch ist fest und behält beim Backen und Kochen seine Form. Das qualifiziert ihn auch für ein Dasein als Bratapfel.

Granny Smith: Der säuerliche Granny Smith hat ein fast weißes Fruchtfleisch und kommt ursprünglich aus Australien. Er wird vornehmlich in warmen Tälern angebaut, worin seine leuchtend grüne Farbe begründet liegt. Würde er etwas näher an der Sonne wachsen hätte auch er rote Bäckchen. Granny Smith ist der Apfel, der im Schnitt am liebsten einfach so verputzt wird. Sein festes Fruchtfleisch macht ihn aber auch beim Backen und Kochen zu einer geeigneten Zutat.

Golden Delicious: Der eher gelbe Apfel ist 1890 eher zufällig in West Virginia entdeckt worden. Die Sorte ist fruchtbar und lässt sich gut lagern. Wegen seiner festen Konsistenz und seiner Süße eignet er sich für fast alle Zubereitungsarten. Leider ist er sehr anfällig für Pilzkrankheiten und andere „Schädlinge“. Wegen seines guten Verhältnisses zwischen Zucker und Säure ist er der Spitzenreiter bei Kindern.

Topaz: Der Topaz – gezüchtet in Tschechien – ist im Vergleich zu seinen Verwandten ein eher kleiner und auffällig flacher Apfel. Er hat eine spitzere Säure und ist herrlich saftig. Er ging aus der Kreuzung von „Rubin“ und „Vanda“ hervor und besitzt eine glatte, gelbliche Schale mit roten oder orangeroten Bäckchen. Der Topaz ist der Top-Apfel im Bioanbau da er schorfresistent ist. Diese Apfelsorte ist übrigens der absolute Liebling hier bei uns. Neben dem Geschmack ist auch die Größe perfekt, vor allem für Kinder für unterwegs – angeschnitten auf die Hand.

Roh und unverarbeitet schmeckt natürlich jeder Apfel und sollte am besten täglich verputzt werden. Ist euch eigentlich bekannt, dass ein Apfel am morgen belebender wirkt als ein Kaffee?

 Vegan Rezepte mit Apfel gesucht? Hier entlang bitte.

Anna Rabbow
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